Formosa beim Bundestagspräsidenten

Ereignisreiche Tage liegen hinter uns mit vielen Erlebnissen, die wir wohl nicht so schnell vergessen werden. Einige Zeit zuvor hatte Formosa eine Anfrage bekommen, bei der Vorstellung der Biographie Kai-Uwe von Hassels am 7. März um 11 Uhr die musikalische Umrahmung zu übernehmen, woraufhin wir spontan zusagen mussten; Chancen, die sich im Leben bieten, gilt es nach Möglichkeit zu nutzen, so auch hier. Einige Wochen später kam es dann dazu, dass unser Bass Martin Vögerl uns informierte, der Marketing-Chef der Sparkasse Nürnberg wünsche unser Engagement bei der Ehrung der besten Filialen in Nürnberg und Umgebung.
Interessanterweise war die Konstellation der Auftritte derart gegeben, an zwei Tagen hintereinander zu singen, was allerdings praktisch war, da wir ohnehin von Nürnberg aus Mittwochfrüh den Flieger gen Berlin nehmen mussten. So weit, so gut, die Probenarbeit als Basis wurde gelegt, wir waren gerüstet für die Mini-Tour durch Deutschlands Städte, als bedauernswerterweise unser Tenor, Thilo Müller, krankheitsbedingt absagen musste. Am Montag wurde also gleichermaßen fieberhaft wie vergeblich nach Ersatz gesucht, aber in entspannter Atmosphäre: "Stimmwerck" beglückte uns mit der Erlaubnis, deren Probe besuchen zu dürfen und es war auch unser erstes Anliegen, Klaus Wenk zu fragen, ob er einspringen könnte für Mittwoch in Berlin. Für Nürnberg hatte uns zum Glück bereits ein alter Schulkamerad, Peter Lankes, zugesagt.
Klaus jedenfalls musste uns wegen Probenarbeit für die CD-Aufnahmen von Stimmwerck absagen, jedoch nicht ohne uns auf seinen Kollegen bei "Singer Pur", nämlich Markus "Zappy" Zapp zu verweisen, was sich als Glücksfall erweisen sollte. Kennenlernen am Kaff, kurze, aber effektive Probe, Beschnuppern und Zufriedenheit allerseits.
Schließlich fanden wir uns in Nürnberg beim Auftritt der Mitarbeiterehrung der Sparkasse wieder. Beifall, Essen, unnötige Neuklärung der Zahlungsmodalitäten, Ade. Hotelwärts gezogen, kurze kritische Aufarbeitung des Auftritts, Konferenz, Tor Ballack, Gute Nacht. Gewünscht, nicht in Erfüllung gegangen, Nettobetrag Schlaf lag bei gefühlten 100 Minuten. Natürlich kein Lampenfieber, sondern schlechte Luft, hohe Zimmertemperatur, unsägliche Betten. Freudiges Aufstehen um dreiviertel fünf und ab zum Flughafen, wo wir uns mit Jan von Hassel und Zappy trafen. Pünktlich 7.10 Uhr Abflug, inklusive Transfer Ankunft gegen 9 Uhr in der Konrad-Adenauer-Stiftung. Formosa Version 3.0 genehmigte sich eine Stellprobe vor Ort, der da war ein Konferenzsaal, im Parlamentsstil mit Pulten und Sitzen angelegt, wir wie immer auf der Bühne zwischen Rednerpult und einem Abbild des gewürdigten Nachkriegspolitikers. 
Die Umrahmung in Berlin war faszinierend. Am Anfang und am Ende singen zu dürfen, erwies sich als sehr angenehm, denn die volle Aufmerksamkeit seitens des Auditoriums kam durch diese Positionierung besonders zum Tragen. Dazwischen hielten die Herren Lammert (Präsident des Deutschen Bundestages und stv. Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung) Bernhardt (Vorsitzender der Hermann Ehlers Stiftung), Rauch (Geschäftsführer des Böhlau-Verlages), Koop (Autor) und von Hassel junior (Anwalt) ihre angenehm anzuhörenden Reden. Unser Programm bestand a
  1. Praeparate corda vestra (Gallus)
  2. In te Domine speravi (Josquin)
  3. Peccantem me quotidie (Morales)
  4. Wasserfahrt (Mendelssohn-Bartholdy)
Nach der Ehrung begab man sich in gesitteter Manier zum Büffet, wo man mit einigen interessanten Personen und Persönlichkeiten ins Gespräch kam. Die Zeit bis zum Rückflug gestaltete sich als ein vergnüglicher Nachmittag. Bei der Dauerpendlerei durch ganz Berlin mit dem kompakten und mobilen Fünfzehnkilohartschalen- (Martin), Sechskilonichthartschalen- (Luder), Zwölfkilohartschalen- (meine Wenigkeit) und gar keinem Koffer (Zappy und Jan) kam uns der Besitz eines Tagestickets zu Gute, dank dessen wir mit allen erdenklichen öffentlichen Verkehrsmitteln den Beweis erbrachten, dass man zum guten Sightseeing nicht unbedingt einen Touristenbus benötigt, zumal sich die beiden gesetzteren Herren zu amüsanten und approximativ kompetenten Reiseführern aufschwangen. Zappy setzte uns dann den Floh ins Ohr, kickern zu gehen. Leider waren wir bei der Suche nach einem Kickerkasten eher mäßig erfolgreich, so dass wir uns mit dem Konsum diverser Lebens- und Genussmitteln beschäftigten, nebst höchst ergiebigen und philosophischen Gesprächen über Musik, Frauen, Boardkarten, Hotelschlüsseln und - natürlich! - Wasserflaschen.
Wieder im Flieger angekommen, ließ Formosa die schönen zwei Tage mit grenzdebilen Wortspielen, an Bord zur Verfügung gestellten Hochglanzmagazinen (an dieser Stelle einen herzlichen Dank an die Fluggesellschaft DBA/Air Berlin) und betörenden Flirts mit dem anderen Geschlecht ausklingen.

Liebe Grüße,
Berthold




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