Schön und originell
Schön und originellDer Auftritt des jungen englischen Organisten und Cambridge-Dozenten Sam Hayes offenbarte die Schönheit und Originalität zeitgenössischer englischer Orgelwerke Drei ehemalige Domspatzen und ein früherer Sänger des Aachener Domchors zeigten makellose Gregorianik in der »Messe de Notre Dame« des französischen Komponisten Guillaume des Machaut (um 1300 bis 1377). Vom über ein Jahrhundert jüngeren Franko-Flamen Adrian Willaert sangen sie bravourös die Motette »Dulces Exuviae«.
Das souveräne Vokalquartett aus Berthold Schindler und Harald Maiers (beider Countertenor), Martin Vögerl (Bariton) und Robert Buckland (Tenor) erfreute die Zuhörer im Museumshof mit erfrischenden Madrigalen aus Renaissance und Barock. Auf dem prächtigen Programm standen der Flame Jacob Arcadelt, Englands Liebeslyriker John Dowland (»Süßes Lieb«), der Belgier Adrian Willaert mit seinem bitterbösen Abgesang an alte Weiber ab 30, »Vecchie letrose«, Erasmus Widmanns originelle Liebeserklärung an Miltenberg (»Zu Miltenberg am Maine, zu Würzburg an dem Steine, zu Bacharach am Rhein«) und das wunderschöne Abschiedslied eines holländischen Anonymus »Ik zeg adieu«.
Die Vier zeigten Ausdruck und Gesangskultur. Schon in der Kirche zeichneten sie sich durch saubere Intonation und Spiritualität aus.
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